Gho
Einer der Pioniere der Farschung war Dr. Gho aus den Niederlanden. Sein einfacher Ansatz: Haare nur teilweise entnehmen, und so aus einer Haarwurzel mehrere Haare produzieren. Denn die Haarstammzellen sind tatsächlich in der Lage, sich wieder neu zu bilden aus den Resten.
Allerdings war Dr. Gho immer umstritten, und seine Methode wurde an anderer Stelle nicht reproduziert.
Überraschend hat er sich nun wieder an die Öffentlichkeit gewendet, vielleicht vor dem Hintergrund einer erfolgreichen Patentanmeldung für sein Verfahren. Seine neue Website www.hasci.com gibt aber derzeit nur Informationen in holländischer Sprache wieder. Seine Methode nennt er HaarStamcel Transplantatie® (HST).
Die HST Methode
Auf seiner Website schreibt Gho folgendes über seine Methode:
Hair Science Institute (HSI) ist ein Institut für fortgeschrittene Haartransplantation und Kliniken und Beratungsfirmen in verschiedenen Ländern. Es gibt Kliniken in Amsterdam, Maastricht, London und Wien. Es ist von Dr. Coen Gho nach Jahren der Forschung die Haar Stammzelltransplantation (HST) entwickelt worden. Dieses Verfahren ist patentiert und kann nur durch HSI verwendet werden. Als Ergebnis des HST ist eigentlich keine Methode der Haarverpflanzung, sondern ihrer Generation. Das sind die einzigartigen Vorteile der Methode HST:
- Garantierte Nachwachsen an der Entnahmestelle
- Absolut keine Narben. Also nicht: keine “sichtbaren” Narben!
- Behandlung und Narkose schmerzlos gemacht
- Erholung der Entnahmestelle: innerhalb von zwei Tagen
- Erholung Rezeptor-Bereich: innerhalb von fünf bis sieben Tagen
- Ganz natürliche Folge
- Nicht geschnitten, keine Nähte: HST ist eine Behandlung, nicht operiert!
- Geeignet für Männer und Frauen, Jung und Alt
- Fortsetzung der Behandlungen möglich durch die Aufrechterhaltung der Entnahmestelle
- Unsere speziellen Flüssigkeit sorgt dafür, dass die Transplantate in einem optimalen Zustand bleiben
- Mit der Präzision der Technik ist es die einzige Methode, die sich auch für Bereiche, in denen eine schnelle Heilung und ein echtes natürliches Ergebnis von größter Bedeutung ist, eignet:
- Augenbrauen
- Bart
- Narben
- Verbrennungen
Auf der gleichen Website redet er auch noch von einer Haarstammzellinjektion, die seiner Ansicht nach die Haartransplantation noch einfacher und problemloser macht.
Streit mit Kollegen
Gleich zu Beginn gab es einen Streit mit “Kollegen”, der auf dem niederländischen Portal Nieuwsbank (bspw. http://www.nieuwsbank.nl/inp/2010/01/28/R382.htm) zu finden ist. Verschiedene namhafte Kollgen wie Dr. B. Ferduni und Dr. Neidel warfen Gho vor, eine falsche Methode anzupreisen. Letztlich mußte aber Dr. B. Ferduni dies widerrufen (Text in holländisch). Es kann also zumindest bestätigt werden, daß Gho ein Patent besitzt und daß die Methode wohl geeignet sein könnte, einen Teil des Haares zu entnehmen und damit möglicherweise ein neues Haar zu implantieren.
Die Bilder auf der Website zeigen eine ganze Reihe von Patienten, die angeblich damit behandelt wurden. Quantitative Aussagen über die Anwachsrate usw haben zumindest wir bisher nicht gefunden.
Quellen:
Patent Dr. Gho: http://www.freepatentsonline.com/20100034856.pdf
“Dokumentation” der Haarmultiplikation
Eine der Vorwürfe gegen Dr. Gho ist die Tatsache, dass er seit mehr als einem Jahrzehnt von dem Thema Haarmultiplikation spricht, bisher aber einen wissenschaftlich korrekten und nachvollziehbaren Beleg schuldig geblieben ist.
Dr. Gho hat jetzt im Journal of Dermatological Treatment (http://informahealthcare.com/doi/abs/10.3109/09546630903359814) seine Ergebnisse veröffentlicht, deren Abstract wir im folgenden übersetzt wiedergeben:
Hintergrund:
Es gibt verschiedene “Pools” von Stammzellen im Haarfollikel
Zielsetzung:
es geht darum festzustellen ob Haarfollikel eine teilweise Extraktion überleben und ob aus diesem teilweise extrahierten Follikel neues Haar wiederhergestellt werden kann
Methode:
von fünf Personen wurden jeweils zwischen 100 und 150 Grafts aus dem okzipitalen Bereich der Kopfhaut entnommen. Geeignete Grafts wurden in der Empfänger-Region implantiert. Haarwachstum und Eigenschaften in der Spenderegion und der Empfängerregion wurden in unterschiedlichen Intervallen beobachtet.
Ergebnisse:
Nach drei Monaten überlebten zwischen 92,1 und 104,1 % (Durchschnitt 97,7%) der folliularen Einheiten in der Spenderegion und produzierten Haare mit einer gleichartigen Charakteristik. Nach einem Jahr zeigten 91.1-101.7% (Mittelwert 95.9%) der implantierten Teile der follicularis einhalten einer Wiederherstellung des Haarwachstum mit den gleichen Eigenschaften der Haare der Spender Region.
Schlussfolgerungen:
Wir zeigten, dass mit einem Längsschnitt teilweise extrahierte follikulären Einheiten und in den Empfänger-Bereich transplantiert als komplette follikulären Einheiten verwendet werden, um vollständig differenzierten Haarwuchs mit den gleichen Merkmalen wie in der Entnahmestelle zu regenerieren. Wir zeigten auch, dass die teilweise follikulären Einheiten in der Entnahmestelle überleben können und die gleiche Anzahl der Haare mit den gleichen Merkmalen produzieren. Diese Technik ermöglicht es uns, zwei Haarfollikeln von einem Follikel mit konsistenten Ergebnissen zu generieren und die Entnahmestelle zu erhalten.
Quelle:
Coen G. Gho & H. A. Martino NEumann: Donor hair follicle preservation by partial follicular unit extraction. A method to optimize hair transplantation
In: Journal of Dermatological Treatment. Posted online on 13 Apr 2010.
Inzwischen hat der bekannte Mediziner Dr. Woods laut Kritik an der Studie geäußert